Ausschuss der Regionen
Dient als Interessensvertretung der Gemeinden und Regionen bei der Europäischen Union, Sitz in Brüssel. Zwölf der 344 Ausschuss-Mitglieder kommen aus Österreich, darunter in der Regel die neun Landeshauptleute. Der Ausschuss hat eine beratende Funktion bei Rat, Kommission und Parlament.
Europawahl
Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden alle fünf Jahre statt, die nächsten Wahlen werden europaweit zwischen dem 4. und 7. Juni 2009 abgehalten (in Österreich am 7. Juni). Österreich ist das einzige EU-Land, in dem Sechzehnjährige an den nächsten EU-Wahlen teilnehmen dürfen. Ergebnis der letzten EU-Wahl in Österreich: SPÖ 33,3%, ÖVP 32,7%, Liste Hans-Peter Martin 13,9%, Grüne 12,8%, FPÖ 6,3%.
Europäische Kommission
Besteht aus 27 Kommissaren, die von ihren Heimatländern entsandt werden und für jeweils einen Themenbereich zuständig sind. Derzeitiger Kommissionspräsident ist der Portugiese José Manuel Barroso, Österreich stellt mit Benita Ferrero-Waldner die Kommissarin für Außenbeziehungen und europäische Nachbarschaftspolitik. Die Kommission wird alle fünf Jahre - jeweils nach der Wahl zum Europäischen Parlament - neu zusammengestellt, der Kommissionspräsident vom Europäischen Rat bestimmt. Die Kommission ist als wichtigstes Ausführungsorgan der EU für die Einhaltung des Gemeinschaftsrechts und das Funktionieren des Gemeinsamen Marktes zuständig.
Europäisches Parlament
Die 732 Abgeordneten werden durch die Europawahlen in das Europäische Parlament gewählt. Das Parlament hat weitreichende Beratungs- und Kontrollbefugnisse sowie die Möglichkeit, mittels Misstrauensvotum die Kommission abzusetzen. Neben der Kontrolle der Kommission wirkt das Parlament auch an der europäischen Gesetzgebung sowie bei der Budgetierung des EU-Haushalts mit.
Europäischer Rat
Im Europäischen Rat kommen mindestens zwei Mal pro Jahr alle Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zusammen um den Rahmen der künftigen europäischen Politik festzulegen bzw. institutionelle Reformen auf den Weg zu bringen . Die wesentlichsten EU-Vertragswerke (z.B. Vertrag von Maastricht oder von Lissabon) resultierten aus Gipfeltreffen des Europäischen Rates.
Europäische Zentralbank (EZB)
Hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und wacht als oberste europäische Währungsbehörde über die Entwicklung der gemeinsamen Währung Euro. Derzeitiger EZB-Präsident ist der Franzose Jean-Claude Trichet, Österreich ist mit Ewald Nowotny im EZB-Rat vertreten.
EU-Erweiterung
Seit ihrer Gründung ist die Europäische Union ständig gewachsen. Aus ursprünglich sechs Gründungsmitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 wurde bis heute eine Union der 27 Mitglieder. Österreich trat 1995 im Zuge der vierten Erweiterungsrunde gemeinsam mit Schweden und Finnland bei. Die jüngsten beiden Erweiterungen umfassten große Teile Osteuropas. Derzeit werden Beitrittsverhandlungen mit Kroatien und der Türkei geführt, seit 2005 ist auch die Republik Mazedonien Beitrittskandidat.
EU-Ministerrat
Repräsentiert die Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union und besteht aus den jeweiligen Fachministern, die in unterschiedlichen zeitlichen Abständen in Brüssel und Luxemburg tagen. Der Ministerrat stimmt die Politik der Europäischen Union ab und kann der EU-Kommission Aufgaben zuweisen. Das Vorsitz führende Land des EU-Ministerrats hat zugleich die Ratspräsidentschaft - und somit die Vertretung der EU nach Außen - inne. Der Vorsitz wechselt halbjährlich, derzeit bekleidet Tschechien diese Funktion, ab Juli 2009 folgt Schweden. Österreich führte den Vorsitz zuletzt im Jahr 2006 und wird nach dem derzeit gültigen Rotationsprinzip wieder im Jahr 2019 an der Reihe sein.
Gemeinsame Agrarpolitik
Ziel der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik ist die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen in ländlichen Gebieten. Dies wird unter anderem durch die Festlegung auf Interventions- bzw. Mindestpreise für bestimmte agrarische Güter verwirklicht. Im vergangenen November erfolgte eine Einigung der EU-Landwirtschaftsminister auf eine Reduzierung der Direktzahlungen an Landwirte um rund zehn Prozent ab 2013, trotzdem werden die Agrarausgaben im EU-Haushalt auch zu diesem Zeitpunkt noch den größten Budgetposten ausmachen.
Vertrag von Lissabon
Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten unterzeichneten im Jahr 2007 den Vertrag von Lissabon. Dieser wird die Struktur der Europäischen Union an die seit 2004 merklich größere Mitgliederanzahl anpassen und Entscheidungsverfahren wesentlich vereinfachen. Dem Europäischen Parlament werden durch den Vertrag mehr Kompetenzen eingeräumt, nationale Parlamente werden stärker einbezogen und die Bürgerinnen und Bürger erhalten ein stärkeres Mitspracherecht. Darüber hinaus werden auch Sozial- und Bürgerrechte gestärkt sowie die Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten in Krisensituationen festgeschrieben. Neben Österreich haben bereits 24 weitere Staaten den Vertrag angenommen. In Tschechien ist die Ratifizierung noch ausständig, Irland hat den Vertrag in einer Volksabstimmung abgelehnt. Eine erneute irische Abstimmung wird für Sommer/Herbst 2009 erwartet.
Wirtschafts- und Währungsunion - Euro
Trat 1999 in Kraft um Währungsschwankungen zu verhindern und den Gemeinsamen Markt in Europa zu fördern. Konzepte zu einer solchen Union wurden bereits in den 1970ern diskutiert, ab 1990 wurden schrittweise die Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen. Dazu gehörte die Liberalisierung des Kapitalverkehrs sowie die Schaffung einer Europäischen Zentralbank. Als nach Außen hin sichtbarstes Element der Wirtschafts- und Währungsunion wurde am 1. Januar 2002 der Euro als offizielles Zahlungsmittel u.a. in Österreich eingeführt. Mittlerweile beteiligen sich sechzehn EU-Mitgliedsstaaten an der Gemeinschaftswährung, zuletzt trat Anfang 2009 die Slowakei bei. Insbesondere in wirtschaftlich turbulenten Zeiten gilt der Euro als Stabilitätsfaktor für die europäische Wirtschaft.